Bilingualismus – zusammengesetzt aus dem Lateinischen „bi“ (zwei) und „lingua“ (Zunge, Sprache) – bedeutet Zweisprachigkeit, also das Verstehen und Sprechen zweier Sprachen. Zweisprachigkeit ist die häufigste Form der Mehrsprachigkeit, d.h. des Erwerbs von zwei oder mehr Sprachen.

Es wird unterschieden zwischen Individuellem und gesellschaftlichem Bilingualismus:

  • individuell: eine Person spricht zwei oder mehr Sprachen
  • gesellschaftlich: innerhalb einer Gesellschaft werden zwei oder mehr Sprachen gesprochen (z.B. in Kanada französisch und englisch als Amtssprachen)

Etwa mit einem Jahr sprechen Kinder erste Worte und mit ca. 1,5 Jahren bilden sie kurze, meist Zweiwortsätze. Entsprechend verläuft die Entwicklung für das Erlernen von Gebärdensprache.

Es gibt unterschiedliche Lebensbedingungen für den Erwerb zweier Sprachen. So kann von Geburt an zweisprachig erzogen werden, wenn die Eltern jeweils eine eigene Muttersprache haben. Außerdem kann es vorkommen, dass beide Eltern gleiche Sprachen sprechen, die sich aber von der Umgebungssprache unterscheidet. Ein Kind kann auch mit seinen Eltern aus einem Land emigrieren und wird dann im Einwanderungsland z.B. eingeschult.

Aus diesen Möglichkeiten unterscheidet die Wissenschaft:

  • simultan bilingualen oder Doppelspracherwerb, d.h. bereits sehr früher Zweispracherwerb in den ersten Lebensjahren.
  • sukzessiv zweisprachigen oder natürlichen Zweitspracherwerb, d.h. bis zum 2. – 3. Lebensjahr lernt das Kind z.B. die Muttersprache beider Eltern. Erst mit Eintritt in den Kindergarten wird eine zweite Umgebungssprache erworben.

Das Thema zweisprachige Erziehung ist mit vielen Vorurteilen und Mythen behaftet. Es wird z.B. behauptet, dass zweisprachig aufwachsende Kinder später anfangen zu sprechen und dass sich ihre Entwicklung verzögert. Dieser Mythos löst v.a. bei tauben und schwerhörigen Eltern oder hörenden Eltern eines tauben Kindes und den pädagogischen Fachkräften große Verunsicherung aus. Dabei bringt zwei- oder mehrsprachige Erziehung immer Vorteile mit sich, wenn man den Kindern die Chance eröffnet mehrsprachig aufzuwachsen. Je besser ein Kind seine erste Sprache (z.B. die Gebärdensprache) beherrscht, desto schneller und effizienter erwirbt es die Zweitsprache.

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