Die Deutsche Gebärdensprache ist ein eigenständiges vollwertiges Sprachsystem, das taube Menschen in verschiedenen regionalen und nationalen Gehörlosengemeinschaften entwickelt haben. Sie wird von ca. 200.000 Menschen in Deutschland und Luxemburgs genutzt.

Im Gegensatz zu Lautsprachen (linear und zeitlich) ist die Gebärdensprache räumlich und simultan aufgebaut.

Die Deutsche Gebärdensprache (kurz DGS) ist also eine visuelle Sprache mit eigener Grammatik und einem spezifischen Lexikon. Sie benutzt den Körper als Sprachinstrument und ist nicht universal einsetzbar.

Kommunikationsmittel sind nichtmanuelle (Mimik, Kopf- und Oberkörperhaltung) und manuelle Komponenten (d.h. die Gebärden-Parameter Handform, Handstellung, Ausführungsstelle und Bewegung).

Der Deutschen Gebärdensprache wurde 2002 durch das BGG (Behindertengleichstellungsgesetz) erstmals auf rechtlicher Ebene Sprachstatus zugewiesen. Nach Schätzungen des Deutschen Gehörlosenbundes e.V. (DGB) leben zu Zeit ca. 80.000 Gehörlose in Deutschland von denen die DGS je nach Orientierung und Identifikation mehr oder weniger genutzt wird. Aufgrund der vor allem nach dem Mailänder Kongress 1880 eingeführten strengen Maßnahmen zur Vermeidung und Unterdrückung der Gebärdensprache, entwickelte sich diese oft im Geheimen. In verschiedenen Bereichen Deutschlands etablierten sich unter den tauben Menschen jeweils unterschiedliche Variationen der Gebärden, den heutigen Gebärdendialekten.

Auch im pädagogischen Bereich schlägt sich eine tendenziell negative Grundeinstellung zur Gebärdensprache nieder, sodass die meisten Bildungsangebote noch immer stark von Artikulationsunterricht und lautsprachlicher Erziehung durchsetzt sind.

Daher ist die Deutsche Gebärdensprache ist im Vergleich zur American Sign Language (ASL) stärker oralbetont. So werden Gebärden häufig begleitet von Lippenbewegungen, die dem lautsprachlichen Begriff entsprechen. Dieses Mundbild ist jedoch kein notwendiger Bestandteil der DGS, sondern ein Nebeneffekt der oft oral ausgerichteten Schulbildung in Deutschland.

Das einhändige Fingeralphabet ist aus der ASL abgeleitet, wo es auch öfter benutzt wird.

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