Wie in den Lautsprachen auch, gibt es in den Gebärdensprachen Dialekte. Die Grammatik der Deutschen Gebärdensprache ist dabei deutschlandweit gleich, nur die Gebärden können sich unterscheiden. Während sich taube Hamburger und Berliner noch gut verstehen, kann es bspw. zwischen Hamburgern und Gehörlosen aus Bayern zu Verständnisschwierigkeiten kommen. Gebärden wie „Sonntag“ oder „Wurst“ werden in Nord- und Süddeutschland nämlich anders gebärdet. Im Norden wird für die Gebärde „Sonntag“ die flache Hand über die Brust nach unten gezogen, im Süden dagegen werden die Hände wie zum Gebet zusammengeführt.

Die Kommunikation funktioniert trotzdem, unter anderem durch das Mundbild, welches viele Gebärden begleitet und von den Gehörlosen abgesehen wird. So kann ein Gehörloser trotz Unverständnis für die Gebärde mithilfe des Mundbilds und auch des Kontexts sein Gegenüber verstehen. Ist das nicht der Fall, wird das Wort mit dem Fingeralphabet in die Luft buchstabiert. Dieses ist deutschlandweit im Prinzip einheitlich.

Eine Durchmischung der Dialekte erfolgt langsam, unter anderem durch Fernsehprogramme wie Phönix, bei denen die Tagesschau in Gebärdensprache übersetzt wird. Die Gebärdensprachdolmetscher*innen gebärden dort „Kölnisch“, was dazu führt, dass sich die tauben und schwerhörigen Zuschauer auf den rheinischen Dialekt einlassen müssen.

Eine Wortneuschöpfung wie „Hartz IV“, die durch ein einmaliges Klopfen auf das Herz und danach die Zahl 4 gebärdet wird, könnte über das Fernsehen standardisiert werden.

Jüngere Gehörlose sind heutzutage mobiler als die ältere Generation und eignen sich automatisch neue Gebärden aus anderen Regionen an. Auch so verbreiten sich die unterschiedlichen Gebärden.

In den USA ist die Gebärdensprache ASL etwas einheitlicher und zudem eine beliebte Fremdsprache bei Hörenden.

Was den Gebärdensprachlern im Zusammenhang mit Dialekten noch fehlt, ist ein umfassendes Wörterbuch, in dem Gebärden vermerkt sind, die auch tatsächlich genutzt werden und nicht nur an die deutsche Lautsprache angepasst sind. Durch ein einheitliches Nachschlagewerk könnte das Verständnis zwischen Nord und Süd verbessert werden und auch im Gebärdensprachunterricht Verwendung finden, sowie Dolmetscher*innen und Pädagog*innen unterstützen. Im Hamburger Institut für Gebärdensprache werden daher in einem deutschlandweit einmaligen Großprojekt gebärdensprachliche Daten gesucht und von Linguisten analysiert. Die Gebärden werden anschließend in einer elektronischen Datenbank abgespeichert.

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