Das Gebärdensprachdolmetschen ist ein vielseitiges und komplexes Berufsfeld. Dolmetschen bedeutet nicht einfach nur das Übersetzen von Sprachen sondern auch die Vermittlung zwischen den unterschiedlichen Kulturen der Gesprächsteilnehmer. Das bedeutet, Gebärdensprachdolmetschende bringen sowohl sprachliches als auch kulturelles Expertenwissen mit.  

Wo werden Gebärdensprachdolmetschende eingesetzt? Eigentlich überall: Bei Mediziner*innen, Gericht, Fernsehen, Amt, im Bildungsbereich wie z.B. an Universitäten, usw.

Es gibt sowohl taube als auch hörende Gebärdensprachdolmetschende. Für taube Dolmetscher*innen ist die Gebärdensprache die Muttersprache – im Gegensatz zu hörenden Dolmetscher*innen, die diese erst als Fremdsprache erlernt haben. Taube dolmetschen beispielsweise in Settings, in denen unterschiedliche Gebärdensprachen benutzt werden. Aber auch zwischen Lautsprachen und Gebärdensprachen werden taube Dolmetscher*innen eingesetzt, z.B. gemeinsam mit hörenden Dolmetschenden bei Vorträgen, in denen Übersetzungen in verschiedene Gebärdensprachen notwendig sind. Auch gehört zu ihren Übersetzungsarbeiten das Dolmetschen von geschriebenem Text, das sog. Vom-Blatt-Übersetzen. Z.B. können das Anträge oder Formulare für taube Migrant*innen sein, die DGS als Zweitsprache erlernt haben. Durch die Digitalisierung wird jetzt auch das Ferndolmetschen über Live Stream ermöglicht und es werden auch immer öfter Videos erstellt, in denen ein Text in Deutsch in die Gebärdensprache übersetzt wird. Hierbei arbeiten vorzüglich taube Muttersprachler*innen um eine höchstmögliche Qualität der Übersetzung zu gewährleisten. Durch die Natürlichkeit der Gebärdensprache als Muttersprache taube*r Dolmetscher*in wird bei ihrem Einsatz eine hohe Qualität und Verständlichkeit der Übersetzungen garantiert

Hörende Gebärdensprachdolmetschende sind praktisch ein Sprachrohr zwischen der Hörenden- und der Taubenwelt. Sie müssen sowohl die Lautsprache, z.B. Deutsch, als auch die Gebärdensprache sehr gut beherrschen. Der Einsatz von hörenden Dolmetschenden in allen Lebensbereichen tauber Menschen ist notwendig um eine politische und gesellschaftliche Teilhabe sicherzustellen und Zugang zu Bildung bereitzustellen. Denn dadurch, dass man Gehörlosen die Möglichkeit gibt in ihrer Muttersprache – der Gebärdensprache – zu kommunizieren, wird Barrierefreiheit ermöglicht. Die häufigste Form des Gebärdensprachdolmetschens Hörender ist das simultane Dolmetschen: hierbei werden gleichzeitig Informationen in Lautsprache aufgenommen und in Gebärdensprache übersetzt (oder vice versa).

Gebärdensprachdolmetschen ist ein hochqualifizierter Beruf, der beispielsweise an der Humboldt Universität zu Berlin oder Universität Hamburg gelehrt wird. Der Beruf der Gebärdensprachdolmetschenden ist nicht gesetzlich geschützt. Daher muss man beachten, dass bei der Bestellung eines Dolmetschendens, diese*r staatlich anerkannt ist, d.h. die Person die notwendigen Prüfungen abgelegt hat, welche eine notwendige Professionalität garantiert. Denn oftmals werden Familienangehörige oder Bekannte von tauben Menschen hinzugezogen um “einfach mal zu dolmetschen”, wobei es sich oftmals nicht um professionelle oder qualitative Übersetzungen handelt und es damit zu Fehlinformationen kommt, das teilweise zu gravierende Auswirkungen auf das Leben der tauben Person führen kann.  

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