Die Gestik gehört zur nonverbalen Kommunikation und bezeichnet alle Gesten, die zur zwischenmenschlichen Kommunikation genutzt werden. Besonders Bewegungen der Arme, Hände und des Kopfes können die jeweilige Lautsprache ersetzen oder begleiten.

Das Wort „Geste“ ist eine Entlehnung des lateinischen gestus. Geforscht wird zur Gestik in den unterschiedlichsten Bereichen wie der Linguistik, Psychologie, Kognitionswissenschaft, Semiotik, Verhaltensforschung und der Gebärdensprache. Gesten lassen sich in verschiedene Typen unterscheiden. Dazu zählen lexikalische, deiktische, ikonische, metaphorische und rhythmische Gesten.

Lexikalische Gesten werden erlernt und funktionieren wie ein Lexem, bspw. das Aneinanderreiben der Fingerspitzen für das Wort „Geld“. Deiktische Gesten, wie das Zeigen mit dem Finger, werden schon früh im Kindesalter erworben und verweisen auf Personen, Orte oder Dinge. Ikonische Gesten sind bildhaft, wie z.B., wenn man von einem Boxkampf erzählt und die Hände gleichzeitig zu Fäusten ballt, um die Schläge nachzuahmen. Metaphorische Gesten funktionieren ähnlich, sind aber abstrakter. So könnte der Satz „Das Thema schieben wir beiseite“ mit einer Geste verdeutlicht werden, die etwas Imaginäres zur Seite schiebt.

Rhythmische Gesten oder auch sogenannte „Beats“ können zentrale Worte einer Rede durch rhythmische Arm-, Hand- oder Klopfbewegungen unterstreichen, wie wenn man bspw. etwas immer und immer wieder erklären muss und bei jedem Wort die Hand mit dem Zeigefinger auf und ab bewegt.

Gesten und Sprache sind eng miteinander verbunden und sprechen dieselben Areale im Gehirn an. Sie beeinflussen sich gegenseitig, so passt sich die Gestik der Sprache an, indem sie bspw. bei einem Versprecher kurz stoppt und erst dann weitergeführt wird, wenn die richtigen Worte gefunden sind. Umgekehrt ist es genauso.

Gelernte Gesten unterscheiden sich kulturell, so begrüßt man sich in Afrika oft mit einem Händeklatschen, während man in Deutschland einem Unbekannten die Hand schüttelt. Forschungen haben ergeben, dass es auch angeborene Gesten gibt, die spontan eingesetzt werden und über die wir nicht viel nachdenken. Das Hochreißen der Arme bei einem siegreichen Sportler ist bspw. eine solche angeborene Geste. Die Forscher fanden heraus, dass auch blinde Sportler, die sich die Geste nicht abgucken konnten, die Arme bei einem Sieg hochrissen.

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