Samuel Heinicke war ein deutscher Pädagoge und wurde als „Erfinder“ der deutschen Methode bekannt.
Er wurde als Sohn eines wohlhabenden Bauern geboren und sollte eigentlich den Hof seiner Eltern übernehmen. Da er das nicht wollte und schon früh als ungewöhnlich intelligent auffiel, verließ er mit 23 Jahren den Hof und zog nach Dresden. Dort wurde er Soldat der kurfürstlichen Leibgarde und bildete sich in seiner Freizeit in Musik, Fremdsprachen und Wissenschaften fort.
Sein Gehalt besserte er sich als Privatlehrer und mit Musikunterricht auf. Hier hatte er seinen ersten tauben Schüler, den er in der Lautsprache unterrichtete.
Als der Siebenjährige Krieg ausbrach, wollte Heinicke nicht mehr als Soldat arbeiten und floh aus Dresden. Nach einem Besuch bei seinen Eltern, bei dem er sich seinen Erbteil auszahlen ließ, zog er zunächst nach Jena. Dort überfiel ihn jedoch die Angst, als Deserteur bestraft zu werden, sodass er mit seiner Frau und seinem Sohn nach Hamburg zog.
1768 wurde Heinicke Schulmeister an der St.-Johannis-Kirche in Eppendorf und unterrichtete den tauben Sohn des dortigen Pachtmüllers. Er brachte ihm die Schriftsprache bei, sodass der Junge die Konfirmation schriftlich ablegen konnte, was schließlich die zuvor skeptischen Dorfbewohner positiv überraschte.
1774 kümmerte sich Heinicke bereits um 5 taube Schüler. Besonders seine Erfolge bei der Baronesse Dorothea von Vietinghoff, die ihre Ausbildung mit einer sehr guten mündlichen Prüfung abschloss, wurden einer breiteren Menge bekannt. Seiner Schule wurde mehr Aufmerksamkeit geschenkt, woraufhin er Veröffentlichungen zu seinen Unterrichtsmethoden machte.

Zu Heinickes Zeit waren für taube Schüler nur das Buchstabieren und Auswendiglernen üblich. Heinicke wollte das Erkennen von Silben und Wörtern, sowie einfache Texte fördern. Er nutzte Anschauungen, Bilder und selten auch Gebärden, um die verschiedenen Begriffe mit Worten zu verknüpfen. Gebärden sollten dabei so wenig wie möglich genutzt werden.
Das Lernen der richtigen Aussprache nahm sehr viel Zeit in Anspruch, weshalb die Inhalte des Unterrichts nur auf das Nötigste reduziert wurden. Ein weiterer Nachteil war, dass die meisten Schüler nur etwa zwei bis vier Jahre an der Schule blieben.
Ab 1777 arbeitete Heinicke nur noch als Taubstummenlehrer. Ein Jahr später zog er mit seinen Schülern zurück nach Leipzig und gründete dort das „Chursächsische Institut für Stumme und andere mit Sprachgebrechen behaftete Personen“. Dort kämpfte er lange mit finanziellen Schwierigkeiten, ehe der Kurfürst den Gehörlosenunterricht als öffentliche Aufgabe anerkannte, finanziell unterstützte und ein öffentliches Gebäude bot.
Das Institut existiert unter seinem neuen Namen „Sächsische Landesschule für Hörgeschädigte, Förderzentrum Samuel Heinickebis in die heutige Zeit.

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