William C. Stokoe jr. ist ein sehr wichtiger Pionier in der Gebärdensprachlinguistik. 1980 entdeckte er, dass die Amerikanische Gebärdensprache (American Sign Language, kurz: ASL) eine eigenständige Sprache ist, mit eigener Grammatik und linguistischen Merkmalen – u.a. besitzt die ASL Syntax oder auch eine Morphologie. Diese Entdeckung zwang andere Forscher*innen zu einem Paradigmenwechsel zur Bedeutung der Sprache. Sie mussten diese neu definieren und anerkennen, dass Sprache nicht immer lautsprachlich sein muss.

Stokoes Arbeiten zur Linguistik der ASL beeinflusste die Arbeiten der weltweiten Gebärdensprachforschung nachhaltig. So wurde 1985 auch in Deutschland die Deutsche Gebärdensprache (DGS) durch Siegmund Prillwitz als eigenständige Sprache entdeckt.

Durch die Erkenntnis, dass ASL als eine Sprache gesehen werden muss, wurde ein Anstoß in verschiedenen Forschungsdisziplinen ausgelöst, bald wurden die Gebärdensprache und die Gebärdensprachkultur als Forschungsgegenstand interessant. Dies beeinflusste die Lebensqualität vieler Tauber erheblich. Gleichzeitig erhielten sie den ersten Beweis, dass ihre Sprache eine echte Sprache ist und nicht nur abwertende “Plauderei”. Daher wird Stokoe von vielen Menschen in der weltweiten Gebärdensprachgemeinschaft als Held verehrt.

Er erhielt 1988 von der Gallaudet Universität die Ehrendoktorwürde.

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